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14.07.2023 Dermatologie

Förderung für neue Wege in der Krebsforschung

Dermatologe widmet sich dem Immunzellstoffwechsel

Immunologie, Dermatologie und Stoffwechsel sind wohlbekannte Forschungsbereiche. Nun wagt ein Wissenschaftler den Sprung in eine vielversprechende Kombination der drei Gebiete. Univ.-Prof. Dr. Mario Fabri, Stellvertretender Direktor der Klinik für Dermatologie und Venerologie an der Uniklinik Köln, möchte den Immunzellstoffwechsel bei menschlichem nicht-melanozytärem Hautkrebs erforschen. Für dieses Ziel hat er nun von der Volkswagen-Stiftung die sogenannte Momentum-Förderung in Höhe von insgesamt 800.000 Euro auf vier Jahre erhalten.

Nicht-melanozytärer Hautkrebs ist eine Art von Hautkrebs, der nicht aus den pigmentbildenden Zellen der Haut stammt. Hierzu gehören das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom. Zusammen stellen sie die häufigsten Malignome im Menschen dar. Basalzellkarzinome wachsen zwar langsam, aber destruierend. Plattenepithelkarzinome treten häufig in sonnenexponierten Bereichen auf und bergen das Risiko einer Metastasierung. Frühe Erkennung und Behandlung sind wichtig, um Komplikationen zu vermeiden. Bei fortgeschrittenen Formen sind die Therapieoptionen nach wie vor begrenzt.

„Als klinisch tätiger Wissenschaftler habe ich mich lange Zeit auf die molekulare Immunologie des Menschen bei infektiösen und entzündlichen Hauterkrankungen konzentriert. Es gibt jedoch inzwischen überwältigende Beweise dafür, dass der zelluläre Stoffwechsel nicht nur die Zellen mit Energie versorgt, sondern auch eng mit vielen biologischen Signalwegen verbunden ist, darunter auch mit der Signalübertragung durch Immunzellen. Daher birgt der Stoffwechsel selbst ein enormes Potenzial für Therapien, vor allem auch bei Krebserkrankungen“, erklärt Prof. Fabri.

Das Ziel des Projekts besteht darin, Erkenntnisse über die Rolle des Immunzellstoffwechsels in der Entstehung und Entwicklung von Hautkrebs zu gewinnen. Dazu sollen unter anderem neue Zellkulturmodelle entwickelt und Patientenproben mit modernen Omics-Techniken analysiert werden. Köln bietet für diesen Ansatz ein wirklich exzellentes wissenschaftliches Umfeld.

Durch den Aufbau eines interdisziplinären Teams aus klinischen und grundlagenwissenschaftlichen Forschern möchte Prof. Fabri eine einzigartige Laborumgebung schaffen, in der umfassendes Wissen aus der Grundlagenforschung mit klinischer Expertise kombiniert wird. „Das Ziel dieses Projekts besteht darin, das Verständnis des Immunzellstoffwechsels bei malignen Erkrankungen, insbesondere beim nicht-melanozytären Hautkrebs, zu vertiefen. Die Ergebnisse, die aus diesem Projekt resultieren, könnten – auf lange Sicht gesehen – zu neuen therapeutischen Ansätzen führen und die Grundlage für personalisierte Behandlungsstrategien in der Krebsversorgung, nicht nur in der Dermatologie, sondern auch darüber hinaus, legen“, so Prof. Fabri abschließend.

Hintergrund: Momentum-Förderung

Die Volkswagen-Stiftung richtet sich mit der Momentum-Förderlinie an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Fachgebiete in den ersten drei bis fünf Jahren nach Antritt ihrer ersten Lebenszeitprofessur. Mit der Förderung sollen im Wissenschaftsbetrieb Freiräume für neues Denken in Forschung und Lehre im Universitätsalltag eröffnet werden. Der Fokus liegt darauf, die Vielfalt der Forschung und die Kreativität von Forscherpersönlichkeiten in deutschen Universitäten sowie die strategische Weiterentwicklung der entsprechenden Organisationseinheit zu stärken. Gefördert werden Konzepte zur strategischen und inhaltlichen Weiterentwicklung der Professur. Die Bezeichnung „Momentum“ wählte die Volkswagen-Stiftung mit der Wortbedeutung des entscheidenden Augenblicks und für den englischen Begriff der physikalischen Größe für den Impuls.